Dienstag, 11. März 2008

"Ich nörgle oft und bin sehr perfektionistisch"

Mag. Kurt Trolp, Lektor der FHWienLektor Mag. Kurt Trolp im Interview

Lehrveranstaltung: Werbung – below the line im 3. Semester

Mit spürbarem Elan startete der engagierte Marketingprofi Trolp die Lehrveranstaltung mit Schwerpunkt Messe-Marketing. Kurt Trolp betreibt neben seiner Lehrtätigkeit an der FHWien, am WIFI und an der Werbeakademie eine Agentur. KOMMPress-Redakteurin Bettina Wimmer (>> Profil) bat zum Interview ins Café.

KOMMPress: Können Sie das Thema Ihrer Lehrveranstaltung "Werbung – below the line" in einem kurzen Satz vorstellen?

Trolp: Es geht um die Instrumente Messe, Events, Verkaufsförderung und darum, deren Stellung in der Integrierten Kommunikation auszuloten und klarzulegen.

„Das Anspruchsniveau ist an der
FHWien natürlich wesentlich höher“


KOMMPress: Inwiefern unterscheiden sich Ihre Vorlesungen an der FHWien von denen an der Werbeakademie?

Mag. Kurt Trolp, Lektor der FHWien. Foto: ripTrolp (Im Bild mit KOMMPress-Moritz und Student Kainrath): Bei der Werbeakademie war es nur im Rahmen eines Kollegs, eine sehr komprimierte Lehrveranstaltung nur mit den Highlights von Messe-Marketing. Während wir am Institut für Kommunikations- management breiter gehen und den Integrationsansatz stärker herausarbeiten. Das Anspruchsniveau ist an der FHWien natürlich wesentlich höher.

KOMMPress: Wie stehen Sie zum Studienthema Integrierte Kommunikation und welches theoretische Modell dazu finden Sie am sinnvollsten?

Trolp: Ja, die typische Gretchenfrage... Es gibt keine sinnvollen Modelle, sondern nur mehr oder weniger praktikable Modelle. Das von Manfred Bruhn ist natürlich das bekannteste – aber es ist etwas überbewertet. Gott sei Dank gibt es in der letzten Zeit immer mehr andere Ansätze. Grundsätzlich ist immer zweckgebunden zu beurteilen, was das bessere Modell für welchen Zweck ist. Jede Firma, jeder Kommunikator muss das für sich selbst entscheiden.

„Vielleicht wird ja das eine oder andere realisiert!“

KOMMPress: In Ihrer Lehrveranstaltung haben wir uns in Gruppenarbeiten Ideen für die Unternehmenskommunikation der FHWien überlegt. Welche Lösung hat Sie am meisten beeindruckt?

Mag. Kurt Trolp, Lektor der FHWienTrolp: Für mich war die Event-Ideenfindung das tollste Erlebnis. Die Methoden "Brainwalking", "Brainstorming" und "Brainwriting" waren nur eine kleine Übung, wo aber sehr kreative Lösungen herausgekommen sind. Sowohl bei den berufsbegleitenden als auch bei den Vollzeit-Studenten sind tolle Ideen entstanden. Vielleicht wird ja das eine oder andere realisiert!

KOMMPress: Was war das peinlichste Erlebnis, dass Ihnen bei einem Event widerfahren ist?

Trolp: Vor zwei Jahren habe ich für den Messeauftritt eines Kunden eine billige, aber seriös wirkende Firma in Deutschland mit dem Druck von Unterlagen beauftragt. Einen Tag vor der Messe wollte ich noch einmal die Lieferung durchgehen, doch leider war Rosenmontag und ich habe niemanden erreicht.. Mein Kunde hat mich stündlich besorgt angerufen. Genau zur Eröffnung ist ein Bote mit den Prospekten eingerauscht. So ein Harakiri will ich nicht mehr erleben!

„Ich ...wurde mittels Assessment Center ausgewählt“

KOMMPress: Mit Ihrer Frau betreiben Sie seit 1986 die Trolp Marketing-Agentur OEG. Was war Ihre Motivation, zusätzlich an der FHWien zu unterrichten?

Mag. Kurt Trolp, Lektor der FHWien. Foto: ripTrolp (Im Bild mit Gastlektor Mag. Matthias Fitzthum, Agentur Mosso): Während des Studiums war ich Assistent und Tutor, mir hat das Unterrichten immer sehr viel Spaß gemacht. Als die FHWien entstanden ist, gab es Inserate zur Lektorensuche im Standard und der Presse - Ich habe mich beworben und wurde mittels Assessment Center ausgewählt.

KOMMPress: Spielen Sie ein Musikinstrument?

„Mit den Rolling Stones ...bin ich groß geworden“

Trolp: Ich bin ein Kind der 60er Jahre. Mit den Rolling Stones und ihrem Hit „I can’t get no satisfaction“ bin ich groß geworden. Wie das Werk herausgekommen ist, habe ich die Schallplatte an einem Tag mindestens hundert Mal gehört. Na das war ein Wahnsinn! Da is unterbrochen „I can’t get no…“ gelaufen. Mit meiner Gitarre hab ich dann mit Freunden im Keller gejammt. Bis zum Erbrechen haben wir die Rolling Stones und Nirvana Cream [Korrektur der Red.] nachgespielt und geplärrt. Aber bis zum Profistatus ist es nie gekommen.

Mag. Kurt Trolp, Lektor der FHWien. Foto: ripKOMMPress kurz gefragt:
Hobbies? – Musik, Konzerte, Reisen, Sport (früher Judo, jetzt Fitness)
Musik? – Jazz, Pop, Rock (Rolling Stones, Cream)
Essen? – italienisch, französisch, japanisch
Sternzeichen? – Jungfrau (Ich nörgle oft und bin sehr perfektionistisch)

KOMMPress-Redakteurin Bettina Wimmer (>> Profil): Danke, Sie waren mein erster Interview-Partner :)

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