„Ihr seid nicht alleine mit eurem Unmut über Artner!”

Flyer BEJ08. Foto: wotkaExklusives Interview mit den Guerilla-Plakatierern der „Initiative für Besseres Essen Jetzt”.

Letzte Woche wurde von der selbsternannten „Initiative für Besseres Essen Jetzt” eine Guerilla-Aktion im Gebäude der FHWien gestartet.

Auf den am Campus verteilten Flyern und Plakaten wurde das Preis-Leistungsverhältnis des Artner Gastronomiebetriebs kritisiert. Mittels Botschaften aus dem letzten Wahlkampf (siehe Faksimile) wurde auf den Kantinenbetreiber hingewiesen.
Die nicht genehmigten Flugblätter wurden bei allen drei Verteilungs-Wellen rasch von der FH-Leitung entfernt.

Obwohl die Urheber der Aktion anonym bleiben wollen, ist es den KOMMPress-Redakteuren Richard Pyrker (>> Profil) und Florian Schleicher (>> Profil) gelungen, ein exklusives E-Mail-Interview mit der Initiative zu führen.

Die Initiative berichtet KOMMPress worum es in der Aktion ging, was der Auslöser war und dass Gastronomiebetreiber Artner vorgewarnt wurde.

Auf Anfrage von KOMMPress wollte Kantinen-Geschäftsführerin Frau Karin Artner vorerst kein Statement abgeben. Sie betonte „dass ein derartiges Vorgehen nicht meiner Vorstellung von Kritik und Kommunikation entspricht”. Außerdem erwähnte sie, dass „seitens der FHWien ein Termin mit Vertretern der Studierenden, der FH und der Gastronomie organisiert” wird.

„Qualität und der Preis sind überhaupt nicht stimmig...”

KOMMPress an die „Initiative für Besseres Essen Jetzt”: Warum wurde jetzt mit der Aktion begonnen? Gab es einen aktuellen Hintergrund?

Flyer der Initiative BEJ08Initiative: Unsere Aktion bezieht sich auf einen Gedanken, der von vielen in den div. Institutionen dieses Hauses geteilt wird.
Die Qualität und der Preis bei Artner´s sind hier überhaupt nicht stimmig, und daran hat sich bis jetzt nichts geändert.





„Adresse haben die Verantwortlichen bereits vor der Aktion gehabt...”

KOMMPress: Was ist das langfristige Ziel der Initiative? Ist ein direkter Dialog mit Artner ein Wunsch?

Initiative: Unser langfristiges Ziel ist es, für bessere Qualität in der Artner-Kantine zu sorgen. Unser kurzfristiges Ziel war es, darauf aufmerksam zu machen. Falls die Artner -Geschäftsführung an einem Dialog interessiert ist, dann weiß sie wie sie uns erreichen kann, denn unsere Mail-Adresse haben die Verantwortlichen bereits vor der Aktion gehabt! Sie lautet besseresessen@gmail.com - wir freuen uns über Kritik und weiteren Anregungen!

„Ihr seid nicht alleine mit eurem Unmut über Artner!”

KOMMPress: Werden Konsequenzen für die Initiative befürchtet?

Flyer BEJ08. Foto: wotkaInitiative: Warum sollten wir Konsequenzen fürchten? Wir haben auf einen Missstand aufmerksam gemacht, dabei sind wir immer auf der legalen Seite geblieben. Was uns von vielen anderen Artner-Gästen unterscheidet, ist dass wir uns positioniert haben und klar Stellung bezogen haben: Ihr seid nicht alleine mit eurem Unmut über Artner. Das ist uns unserer Meinung nach gelungen.

„Eine Idee braucht keine Gesichter...”

KOMMPress: Gab es Versuche seitens FH-Leitung oder Artner, euch als Urheber zu enttarnen?

Initiative: Nein. Und wir würden es auch begrüßen wenn es so bleiben würde. Denn wir wollen uns als Personen nicht in den Vordergrund stellen. Uns geht es um eine Idee, und diese braucht keine Gesichter – wir sammeln unsere Stärke in den Köpfen der Menschen und in der Anonymität können wir ohne unseren Status bekanntzugeben grenzenlos agieren.

„... und Aktionen angekündigt”

KOMMPress: Warum wurde nicht versucht, über die Studienvertretung oder die FH-Leitung zu intervenieren?

Flyer BEJ08. Foto: wotkaInitiative: Wir haben vor unserer Plakatierungswelle an die Artner-Geschäftsführung ein Mail geschrieben, in dem wir unsere Position dargelegt haben und unsere Aktionen angekündigt haben. Dass unsere Nachricht gelesen wurde wissen wir, da wir ein internes Artner-Mail (welches uns unbeabsichtig weitergeleitet wurde!) bekommen haben.

Wir haben dann drei Tage verstreichen lassen, und keinerlei Antwort bekommen die angedeutet hätte, dass ein Dialog gewünscht wird!

„Im Falle Artners ist der große Bohrkopf sehr angemessen”

Wir sind der Meinung, dass eine Veränderung so wie es sich die meisten Artner-Gäste wünschen, nur durch das Aufrütteln der vorhandenen Strukturen funktionieren kann. Mit dem kleinen Bohrer kann man ein großes Loch im Zahn schwer beseitigen. Im Falle Artners ist der große Bohrkopf sehr angemessen. Dabei geht es uns nicht darum andere Stellen zu umgehen, sondern um eine neue Denkweise: Missstände müssen angesprochen werden - offen und manchmal eben provokativ!

KOMMPress: Sollen noch mehr Aktionen erfolgen und wie?

Esserin. Foto: ripInitiative: Wir hoffen, dass nun ein Dialog gefunden werden kann und sich etwas an den bisherigen Missständen ändert, dann sehen wir keinen Grund unsere Aktion fortzusetzen!

„Nehmt den Dialog ernst ...”

KOMMPress: Plant ihr andere Guerilla-Aktionen zu anderen Themen?

Initiative: Missstände, wie das unverhältnismäßige Verhältnis zwischen Artner-Qualität und dem Preis müssen aufgedeckt werden. Prinzipiell sind wir immer für dialogische Lösungen aber manchmal müssen Strukturen wachgerüttelt werden. Als Tipp für alle Strukturen daher: Nehmt den Dialog ernst, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt!

„... nur Emotionen können motivieren”

KOMMPress: Wie ist euch die Idee dazu gekommen, diesen Guerilla-Weg zu wählen (etwa im Rahmen einer Lehrveranstaltung, *lol*)?

Initiative: Uns ging es um die Aufmerksamkeit für die Thematik. Der Guerillakämpfer tritt auf, wo er am wenigsten erwartet wird – in den Emotionen der Menschen und nur diese können motivieren, den Weg zur Veränderung anzustreben!

KOMMPress: Geht es euch um die Sache selbst (Artner-Essen) oder darum, Guerilla-Aktionen an sich zu testen?

Initiative: Uns ging es um den Missstand der Artner-Kantine. Ein Nebeneffekt davon war sicherlich auch etwas über die Anwendung und Folgen von Guerilla-Aktionen zu erfahren.

„Ideen können nicht aufgehalten werden...”

KOMMPress: Seid ihr ein ständiges Team bzw. wie viele Leute seid ihr?

Flyer BEJ08. Foto: wotkaInitiative: Es geht nicht um das Team oder um die Menschen die dahinterstecken. Wir wollen als Personen keine Bühne - sondern eine Bühne für eine Idee schaffen. Ideen können nicht aufgehalten werden wenn ihre Zeit gekommen ist.





KOMMPress: An welchem Studiengang / Institut seid ihr?

Initiative: Wir wüssten nicht, warum das eine Rolle spielen sollte.

KOMMPress Redakteure rip (>> Profil) und whoelse (>> Profil):
Danke für das Interview!

KOMMPress betont an dieser Stelle die Wahrung von Persönlichkeitsrechten im Sinne des Redaktionsgeheimnis und verpflichtet sich weiterhin einer investigativen und möglichst ausgewogenen Berichterstattung.

fh Student (Gast) - 11. November, 12:31

tolle Aktion

Ich Find die Aktion Super, endlich geschieht etwas und die Studenten brachwerem sich!!! Gerade als Student ist man auf guenstiges essen angewiesen !! Eine normale Mensa mit gutem und leistbaren essen waeren allen lieber!!!
Schoen das sich die Lektoren das 7euro menue leisten koennen und dazu einen Kaffee um ueber 3 Euro trinken koennen. Ich und viele anderen koennen das nicht !!!!

FH STUDENT 2 (Gast) - 11. November, 13:23

Don't shoot the messenger

Ich find der Artner soll das als Schuss vor den Bug sehen und nicht versuchen die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, weil das nur die Stimme einer Mehrheit der FH-Studenten war. Am Besten, man findet gemeinsam eine Lösung!
FH Student 3 (Gast) - 14. November, 11:02

Kann ich nur unterstützen...

Bin vollkommen eurer Meinung!
Die "normale" Mensa z.B. verlangt für ein Mittagsmenü zwischen 4,20 und 4,90 Euro.
Das Essen dort ist exzellent und immer mehr als genug.
Artner verlangt im Schnitt also 2 Euro mehr pro Speise und erreicht dabei lange nicht die Qualität aber auch Quantität der Mensa.
Es gibt auch andere Wegen den Studenten das Mittagessen leistbar zu machen... in Finnland z.B. zahlt man für ein leckeres Menü zwischen 1 und 1,50 Euro. Dies ist nur möglich da die Mensen staatlich subventioniert werden. Aber leider gibt es das bei uns nicht :(

komm.rip - 14. November, 11:21

Normal?

Welche Mensa meinst du, die im NIG oder TU oder.. ;)

PS: Ist das eine Art Namenskonvention dass hier alle als FH STUDENT # posten? Lol
FH STUDENT 4 (Gast) - 14. November, 12:02

Ich möchte nicht...

...das die Studentenreihe unterbrochen wird. werde mich dann wieder als FH STUDENT 16 eintragen...das macht spaß :)
peters (Gast) - 16. November, 13:32

geh bitte

alles künstliche aufregung. ist doch eh scheissegal, irgendwie kamma das scho essen was dort gibt oder?

FHStudentX (Gast) - 20. November, 10:47

Finanzhilfe für Studentenessen

Eigentlich ist es schon arg - was das Essen kann, dafür was es kostet! Trotz des Unmutes verstehe ich dass die liebe Frau Artner doch auch wirtschaftlich denken muss. Und der Versuch ein Studentenmenü anzubieten deutet für mich die Kooperationsbereitschaft an. Aber das "Menü" (eine Portion & 0,5l Getränk für EUR 3,50) ist kein "Menü" !!!

Auch hält sich die "köstliche Seite der Bildung" geschmacklich hartnäckig, wenn es die ganze Woche mittags wie abends das selbe "Menü" gibt.
Abwechslung wäre ein Hit.

EUR 3,50 für ein Studentenmenü ist für mich echt OK.
lt. Wikipedia besteht ein Menü aus Vorspeise / Hauptspeise / Nachspeise

Klar ist das Getränk dort nicht berücksichtigt. Hmm - was das wohl kostet im Einkauf - sagen wir 0,5lt Cola?!

Ich finde, dass sich die liebe - so gestresste - Frau Artner vielleicht einmal mit der ÖH Führung zusammen setzen sollte um finanzielle Unterstützung für die --> Studenten MENÜ´s <-- zu beantragen und/oder darüber zu verhandeln.

Nichts tun ist ja echt arg!!! Fühl mich hintergangen wenn der Stimme der größten Kundschaft, nämlich die der Studenten, kein Gehör geschenkt wird!!!

Und falls die Firma Artner noch immer keine Ideen hat für weitere Schritte - hier ein paar Ideen:

- kommunikative Reaktion!
- Stellungnahme zu den Vorwürfen
- Dialogbereitschaft zeigen - AROGANZ vermeiden!
- Kontaktaufnahme mit Studentensprechern / WKW
- Kontakt mit ÖH - Gelder Verwaltung um Finanzhilfe für Studenten zu verhandeln:
- um einen etwaigen Kostenbeitrag für normale "Menüs" auszuhandeln (für Studenten der FH die sich ausweisen können)
- um die Menüauswahl auszuweiten
- um den Studentenmenü eine Vorspeise & Nachspeise zuzufügen
- um die "köstliche Seite der Bildung" auch gastronomisch und geschmacklich zu Verwirklichen!!


PS: Sollte die Firma Artner unternehmerische Hilfe benötigen - ein letzter Tipp: Am Standort Währingergürtel ist man umgeben von Fachleuten betreffend dem Thema "Unternehmensführung" & "Kommunikation" & "Finanzmanagement" die Ihre Kompetenz gerne weiter geben werden!

che guevara (Gast) - 20. November, 10:51

VIVA LA REVOLUTION

weg vom Absolutismum - alle macht dem studentischen Volke!!!
Roli (Gast) - 17. Dezember, 00:54

Hallo

Na Gott sei Dank gehts denen mal an den Kragen mit ihrem Junk Meals

Lg

ein treuer leser (Gast) - 18. Dezember, 08:56

wann gibts mal wieder neues zu lesen?

FHLektor (Gast) - 2. Januar, 09:43

Unsinn

Einen derartigen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört bzw. gelesen.

Jeder Unternehmer hätte viel zu tun, wenn er auf alle anonymen Mails antworten müsste. Eine Idee braucht keine Gesichter - Kritik aber schon!

Die Vorgehensweise ist selbstverständlich nicht legal. Davon abgesehen ist sie eines angehenden Akademikers nicht würdig.

Ich selbst bin auch gelegentlich mit der Qualität in der Gastronomie - übrigens keine Kantine oder Mensa, wie ja im anderen Artikel dargestellt - nicht zufrieden. Das Personal in der Gastronomie hat meine Kritik aber stets angenommen und versucht eine Lösung zu finden.

Die plakativen Sager im obigen Artikel halte ich für unangemessen und entspringen offensichtlich einem sehr einseitigen Informationsstand. Als Student an einer wirtschaftlichen FH sollte man sich doch mit der Kostensituation auch auseinandersetzen können und wollen.

Und wenn man sich etawas nicht leisten kann oder will, dann sollte man es sein lassen. Es ist kein Weg, dem Gegenüber seinen Willen aufzuzwingen. Und anonyme Behauptungen sind ja wohl der leichteste Weg. Vielleicht können sich die "Guerilla Plakatierer" ja doch noch entschließen, das persönliche Gespräch zu suchen?

FHSTUDENT25 (Gast) - 2. Januar, 10:28

fragen über fragen

gibt es vielleicht einen unterschied zwischen langfristigen und kurzfristigen zielen der initiative?

wurde das kurzfristige ziel vielleicht allein durch diesen kommentar bereits erreicht?

warum braucht kritik gesichter?

ging es wirklich darum jemandem seinen willen aufzuzwingen?

besteht eine illegalität daran kritik zu äußern bzw. zettel zu verteilen?

fragen über fragen...

ich hoffe sie haben jetzt nicht nur kritik geäußert sondern suchen jetzt auch noch den dialog... oder waren das nur anonyme behauptungen? das wäre doch zu einfach...
anonymus (Gast) - 2. Januar, 19:28

wer ist fh-lektor?

frag mich wieso der kommetar des fh-lektors anonym abgegeben wurde. er ist doch sachlich, objektiv mit einem wenig subjektiven empfinden über die aktion. jaja - wenn kritik gesichter braucht - bitte sehr!

die lektoren sind doch vorbilder der studenten... ODER?!
also - frei nach cicero
WENN DU ES BESSER WEISST - SO SCHREITE VORAN UND MAN WIRD DIR FOLGEN

PS an den kommentator "fragen über fragen" - 4get that shit!!!! oder glaubst ernsthaft du bekommt a antwort?!
robert kana (Gast) - 26. Februar, 22:41

antwort an den lektor

1. es ist nicht illegal, seine meinung anonym darzulegen. es sei denn wir sind plötzlich in einem totalitär-faschistisch-kommunistischen system gelandet (und ich habs nicht mitbekommen^^).

2. über anonymität bei der meinungsäußerung abfällig sich äußern, und selber anonym sein/bleiben? dr. seltsam oder wie ich die bombe liebte...^^

3. freu mich, wenn wir über die (un)notwendigkeit von anonymen postings/aktionen/initiativen uns austauschen. und weiterdiskutieren.

4. kapitalismus lebt von meinungsvielfalt und kritik! ja-sagerInnen zerstören die freie wirtschaft (weil ansonsten das korrektiv abhanden kommt und eventuelle fehler bestehen bleiben). wer also kaptitalistisches wirtschaften und prosperität will, muss meinungsvielfalt FÖRDERN. und als literaturempfehlung (ein klassiker^^):

5. milton friedman: kapitalismus und freiheit.
robert kana (Gast) - 26. Februar, 19:02

überlegungen zur anonymität

was mich zutiefst befremdet und irritiert an der plakat-aktion, ist die anonymität. sie hat mich wirklich getroffen. das thema ist für mich persönlich wenig relevant im verhältnis zur irritation, die sich nachhaltig bei mir einstellte. eine wirkliche beunruhigung.

meine ersten eindrücke waren: sophie scholl.

ich wische den gedanken weg. nein. er kommt wieder hoch. nein.

sophie scholl hat unter einem mörderregime anonym mit einer plakat-aktion zum protest aufgerufen, zum widerstand. sie wurde ermordet, nachdem sie aufgespürt wurde.

diese beunruhigung, die sich bei mir einschleicht, speist sich aus der frage: warum anonym? es ist keine situation, in der anonymes vorgehen (lebens)notwendig ist. warum anonym?

was kann/KÖNNTE den betreiberInnen der aktion passieren? wieso diese angst?

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